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Bilanz

2. Mai 2004  Unsere Weltreise: Eine Bilanz für Eilige

Liebe Leserinnen und Leser,

wie war sie denn nun, unsere Weltreise?

Bevor wir uns demnächst in einem ausschweifenden Fazit ergehen, hier schon einmal ein paar Fakten vorab, für alle, die es gerne knapp und übersichtlich haben.

723 Tage waren wir insgesamt unterwegs (9. Mai 2002 – 1. Mai 2004) und haben in dieser Zeit 5 Kontinente und 28 Länder bereist.

Wir sind 44.538 Meilen geflogen und haben mit dem eigenen Auto zirka 60.000 Kilometer (in Afrika 40.000, in Australien 18.000 und in Brasilien 2.000 Kilometer) zurückgelegt. Ungefähr 177 Stunden haben wir in Zügen und etwa 235 Stunden in Langstreckenbussen verbracht.

Am längsten haben wir uns in Südafrika aufgehalten (5 Monate), am kürzesten in Argentinien (achteinhalb Stunden). Höchster Ort war der Sani Pass (Lesotho) auf 2.685 Meter, tiefster Aufenthalt beim Tauchen in Sansibar (Tansania): minus 18 Meter.

Im Schnitt haben wir auf der Reise monatlich 1.500 Euro ausgegeben. Mit Vorbereitung (Versicherungen, Impfungen, Visa, Equipment), Autokauf und -verschiffung sowie dem Round-the-World-Ticket und sonstigen Flügen hat uns die Reise alles in allem zirka 50.000 Euro gekostet.

Während der zwei Jahre hat jeder von uns etwa 100 Bücher gelesen.

Hier die Highlights in Stichworten:

Besuchte Top-Sehenswürdigkeiten
-
Dogonland (Mali), Tafelberg und Waterfront in Kapstadt (Südafrika), Etosha-Pfanne (Namibia), Victoria-Fälle (Sambia), Taj Mahal (Indien), Angkor Wat (Kambodscha), Bagan (Myanmar), Uluru (Ayers Rock) (Australien), Great Barrier Reef (Australien), Sydney Opera House und Harbour Bridge (Australien), Foz do Iguaçu (Brasilien), Copacabana, Zuckerhut und Christus-Statue (Corcovado) in Rio (Brasilien)

Lieblingsland zum Reisen
- Irene:
Namibia
- Gregor:
Südafrika

Länder, in denen wir uns vorstellen könnten, zu leben
-
Australien, Brasilien, Südafrika

Die schönsten Städte auf unserer Reise
- Kapstadt (Südafrika),
Sydney (Australien), Rio de Janeiro (Brasilien)

Das beeindruckendste Gebäude
 -
Taj Mahal (Indien)

Die schönsten schnuckeligen Orte
 - Segou (Mali),
Udaipur (Indien), Pai (Thailand), Manuel Antonio (Costa Rica), Paraty (Brasilien)

Die schönsten Landschaften
-
Dogonland (Mali), Dünen von Sossusvlei (Namibia), Okavango-Delta (Botswana), Sansibar (Tansania), Goa (Indien), Koh Tao (Thailand), Outback, Daintree Rainforest, Eungella Rainforest, Kakadu-Park, Cradle Mountain (Australien), Corcovado, Manuel Antonio Nationalpark, Rincon de la Vieja (Costa Rica), Pantanal (Brasilien), Iguaçu Rainforest (Argentinien)

Die überirdischsten Orte
- faszinierend und unwirklich:
Dead Vlei (Namibia)
- magisch: Kubu-Island (Botswana)

Der interessanteste Naturpark
- sechs Tage Safari in der Etosha Pfanne (Namibia)

Die schönsten Camps
- Zebrabar (Senegal), Jangjang-bureh (Gambia), Kaiçedra (Burkina Faso), Halali (Etosha-Pfanne, Namibia), Florence Falls (Litchfield Nationalpark, Australien), Merl (Kakadu-Nationalpark, Australien), Nhecolandia (Pantanal, Brasilien)

Interessanteste Wanderungen
- 3-tägiger Klippspringer-Trail (Südafrika)
- 6-tägiger
Overland Track (Australien)

Die schönsten Strände waren in
- Barra (Mosambik): campen direkt am Strand unter Palmen, lauwarmes Wasser, kaum Menschen
-
Sansibar (Tansania): postkartenreife Farben
- Koh Samui (Thailand): baden wie im Swimmingpool, ideal für einen Urlaub zum Entspannen
-
Manuel Antonio (Costa Rica): tropische Strände wie aus der Karibik-Broschüre
- Copacabana (Brasilien): Der perfekte Schicki-Micki-Großstadtstrand

Die schönsten Naturbäder
- Natur pur: Nacktbaden im Oranje River (bei Augrabies, Südafrika)
- Romantisch unter'm Wasserfall: Florence Falls (Litchfield N. P./Australien)

Die erfrischendste Dusche
 -
bei Petra und Mathias in Nouakchott (Mauretanien) nach 5 Tagen Wüste

Das beste Essen der Reise
- Ouahigouya (Burkina Faso) bei Wirtin Dunja aus Syrien, die mitten in der Wüste sogar eine Schüssel grünen Salates auf den Tisch zauberte

Das beste Essen generell
-
Thailand

Das leckerste Bier
- eiskaltes Schwarzbier
bei Petra und Mathias in Nouakchott (Mauretanien) nach 5 Tagen Wüste

Bestes Kinoerlebnis
- Ouagadougou (Burkina Faso): Weihnachtsmärchen („Family Man“) mitten im Sommer, während ein tropisches Gewitter tobt und der Strom gelegentlich ausfällt

Aufgabenverteilung
- Irene: Kochen, Windschutzscheibe sauber halten, Panikattacken und Wutanfälle mildern
- Gregor: Chauffeur, Finanzchef, Navigator

Was zu einer Weltreise unbedingt dazugehört
- Irene: In vollem Galopp
über einen einsamen Strand reiten (Barra, Mosambik)
- Gregor:
Ultralight-Flug (Westcoast National Park, Südafrika)

Größte Herausforderung
- überhaupt loszufahren
- mit dem Landy durch Afrika
-
Overland Track in Tasmanien, 80 Kilometer mit 20 Kilo Gepäck

Beeindruckenstes Erlebnis
- 3-tägige Dromedartour bei Gorom-Gorom (Burkina Faso) mit Besuch bei den
Tuareg

Aufregenstes Erlebnis
- Baden in den Rock Pools am Rande des Abgrunds an den Victoria-Fällen (Sambia)

Größte Angst
- Irene: 1.000 Höhenmeter-Gefälle am Sani-Pass von Lesotho nach Südafrika, ohne Motor und mit verringerter Bremsleistung von Ginger
- Gregor: Beinahezusammenstoss mit Schlange (Gambia); verfolgender Elefant (Swaziland)

Gefährlichste Situation
- Steuerungsverlust bei Ginger nach Einreise in Malawi
 

Überfälle oder vergleichbare Gewaltkriminalität
- Keine!

Gefährliche Krankheiten
- Keine! (soweit wir bisher wissen!)

Schlimmste Krankheiten
- Irene: Magen, Magen und noch mal Magen (am schlimmsten in Indien)
- Gregor: Durchfall und Fieber in Burkina Faso bei kakerlakenverseuchtem Plumpsklo

Schlimmste Nächte
- Nacht in Gästehütte in unbenanntem Dorf (Senegal, nahe Gambia) mit jeder Menge Insekten
- Nacht in Kayes (Mali), in der die Temperatur nicht unter 32 Grad sinken wollte

Heißester Tag
- Gunturé, während Dromedar-Tour bei Gorom-Gorom (Burkina Faso), unerträgliche 50 Grad Celsius

Die freundlichsten Völker
- Südafrikaner, Swazis, Burmesen, Australier, Ticos, Brasilianer

Die stolzesten Völker
- Tuareg (u.a. Burkina Faso), Ashanti (Ghana), Sikh (Indien)

Hier noch etwas für die Frauen
- Aufgepasst Mädels, die schönsten Männer gibt es eindeutig in Costa Rica!

Und natürlich für die Männer
- die schönsten Mädels gibt es in Brasilien (Klischee, ist aber so ...)

Häufigste Reaktionen auf Newsletter
- Heimweh, gefolgt von der Frage nach der adäquaten Anzahl der Unterhosen

Was wir vermissen werden
- Irene: das Kreuz des Südens, die Wüste, die freie Zeiteinteilung
- Gregor: Dschungeltouren, Naturerlebnisse – insbesondere mit Tieren, Baden im warmen Meer, regelmäßiges Ausschlafen, seltenes Rasieren, Newsletter schreiben

Was wir bestimmt nicht vermissen werden
- Irene: Leute, die mich anstarren, Souvenirverkäufer, große Spinnen, harte Kopfkissen
- Gregor: Dschungelfeuchtigkeit, giftige Schlangen, krankheitsübertragende Moskitos, alle Arten von Malariaprophylaxe, unter anderem stinkende Anti-Moskito-Cremes, -sprays und -coils, korrupte Offizielle, Papiertaschentücher, die beim ersten Schnäuzen zerreißen (entsprechendes gilt für Klopapier ...)

Worauf wir uns am meisten freuen, wenn wir wieder Zuhause sind
- Irene: endlich einmal wieder High-Heels tragen zu können (Klamotten, die nicht praktisch sein müssen, herrlich!)
- Gregor: die Reise am Flugsimulator nachzufliegen

Nochmal machen?
- sofort!

Last but not least, unsere zukünftigen Reiseprojekte:
- Urlaub in Deutschland :-)
- Europäischer Fernwanderweg (in Einzeletappen)
- Kanada, Türkei, Libyen, Argentinien (Patagonien), Israel
- und wenn wir in Rente sind: Zweiter Teil Weltreise, die Nordroute (Skandinavien, Russland, China, USA, Kanada) mit dem Wohnmobil

Soviel also vorab für die Eiligen. Der „philosophische“ Teil (was bringt so eine Weltreise überhaupt und was ist eigentlich der Sinn des Lebens) folgt im Fazit, an dem wir gerade fleißig basteln.

Herzliche Grüße,

Irene und Gregor

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